Austria – Urlaubsprobe? (German/English)

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REISEWELLE

Pfingsten als Generalprobe für den Sommer

Ob mit dem Flugzeug, dem Auto oder der Bahn: Nach zwei Jahren Reisebeschränkungen aufgrund der Pandemie wollen viele die Feiertage und in manchen Ländern auch längeren Ferien rund um Pfingsten wieder für Reisen nützen. Vielfach wurde auf den Straßen zum Urlaubsziel schon ab der Nacht auf Samstag Stau gemeldet. Vor allem aber für Bahn und Flugbranche sind die Pfingstfeiertage die Generalprobe vor dem Sommer.

Mit Nervosität war das Wochenende auch in Deutschland erwartet worden. Pfingsten ist an sich schon ein starkes Reisewochenende, mit dem seit Anfang Juni geltenden Neun-Euro-Ticket war mit einem noch größeren Ansturm gerechnet worden. Von Juni bis August kann man um neun Euro mit dem öffentlichen Personennahverkehr durch ganz Deutschland fahren. Das Interesse war groß, auch die Zahl der Passagiere und Passagierinnen am Pfingstwochenende.

Regionalzüge waren oft überfüllt oder verspäteten sich. An manchen Bahnhöfen konnten einige Reisende gar nicht mehr in den Zug einsteigen. Besonders gefragt waren Destinationen zu touristischen Zielen etwa an die Nord- und Ostsee, hieß es von der Deutschen Bahn (DB). Auf den Bahnhöfen waren verstärkt Polizisten unterwegs. In überfüllten Zügen baten sie Reisende auszusteigen.

Überfüllter Zug auf der Strecke bei Kratzeburg, Deutschland
Das Neun-Euro-Ticket in Deutschland erhöhte den Andrang auf die Deutsche Bahn am Wochenende

ÖBB stockten Kapazitäten auf

„Das Chaos war vorherzusehen“, sagte Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn. Besonders dramatisch sei die Situation in den Regionalbahnen Richtung Ostsee sowie in Hamburg und Bremen. Nach Angaben der DB war die Betriebslage für ein Pfingstwochenende normal. Es werde aber auch in den kommenden Tagen trotz Verstärkung mit vollen Zügen gerechnet. Auch die ÖBB verstärkten nach Kritik an überfüllten Zügen ihre Kapazitäten und stellen zu Pfingsten 13.000 zusätzliche Plätze zur Verfügung. Eine angedachte Reservierungspflicht wird aber nicht kommen .

Wer für den Weg in den Urlaub von der Bahn auf die Straße wechseln wollte, musste ebenfalls mit Verzögerungen rechnen. Auf der Tauernautobahn (A10) etwa musste man am Samstag 28 Kilometer Stau Richtung Süden hinter sich bringen. Auch die Karawankenautobahn (A11) war überlastet. Der ÖAMTC rechnet heuer mit einer Reisewelle mit starkem Verkehrsaufkommen bis September .

Luftfahrt kämpft mit Startschwierigkeiten

Der enorme Nachholbedarf an Reisen ist auch beim Flugverkehr zu spüren. Bereits in der letzten Mai-Woche meldet Eurocontrol mehr als 28.100 Flüge am Tag. Das entspricht knapp 86 Prozent des Vorkrisenniveaus. Im Sommer will die Lufthansa auf der europäischen Kurzstrecke bereits wieder 95 Prozent erreichen. Die Luftfahrtbranche hat aber wirkliche Startschwierigkeiten nach der Pandemie. Ursache ist meist der Personalmangel, egal ob beim Bodenpersonal oder bei der Crew im Flugzeug, verbunden mit steigender Nachfrage.

In Deutschland fehlt nach Angaben des Flughafenverbands ADV etwa ein Fünftel des Personals, das sich um die Abfertigung der Passagiere auf dem Flughafen kümmert. Auch in Österreich fehle es an Personal, sagte kürzlich vida-Gewerkschafter Daniel Liebhart. Es brauche „kein Schönreden“, sondern vielmehr „gute Löhne und Arbeitsbedingungen“. Österreich stehe aber dank der Kurzarbeit besser als andere da. Die Kurzarbeitsregelung habe dafür gesorgt, dass die Unternehmen die Beschäftigten nicht abbauen durften, das sei jetzt der „rettende Strohhalm“, so Liebhart.

Warteschlangen am Flughafen von Manchester
Zu stundenlangen Wartezeiten kam es schon in den vergangenen Tagen auf einigen Flughäfen in Großbritannien

Besonders kritisch war die Situation in den vergangenen Tagen auf einigen Flughäfen in Großbritannien, wo die Pfingstferien begonnen haben. Der große Andrang in die Urlaubsgebiete verbunden mit Personalmangel führte zu Hunderten Flugabsagen und überfüllten Passagierterminals. Bis Ende Juni streicht TUI fast 200 Flüge auf dem Flughafen Manchester. EasyJet strich bis 6. Juni über 200 Flüge – auch wegen eines Softwarefehlers. Ryanair-Chef Michael O’Leary schlug sogar vor, übergangsweise das Militär auf den Flughäfen aushelfen zu lassen. Das würde auf einen Schlag den Druck vom Sicherheitspersonal nehmen.

Gegenseitige Schuldzuweisungen

O’Leary wies den Vorwurf der britischen Regierung zurück, die Reisebranche habe sich nicht ausreichend vorbereitet und zu viele Buchungen zugelassen. Die Regierung lehnt es ab, spezielle Visa für Jobs in der Reisebranche auszustellen. Nach dem Brexit können Arbeitskräfte aus dem EU-Ausland nicht mehr ohne große Hürden und Kosten nach Großbritannien kommen und arbeiten. Der Branchenexperte Alex Macheras prognostizierte bereits einen Sommer des „Chaos“.Datenschutz-Einstellungen öffnen:Soziale Netzwerke vollständig anzeigen

Aviation in UK👇🏽

Pandemic hits > UK government’s handling of aviation is ‘shambolic’ with erratic decision making, ‘useless’ transport sec > UK aviation suffers *worst of all* of Europe > airlines layoff tens of thousands of staff > 2022 > staff shortage + huge demand = Chaos. https://t.co/uCi4u501xK— Alex Macheras (@AlexInAir) 1. Juni 2022

Die Krise ist längst global, so dass sich auch der Airline-Verband IATA der Sache angenommen hat. Er schlägt global einheitliche Ausbildungsinhalte vor, damit Bodenpersonal wie Piloten überall auf der Welt eingesetzt werden könnten. Zudem müssten die Rekrutierung verbessert und die Sicherheitsüberprüfungen gestrafft werden.

Links:


TRAVEL WELLE
Whitsun as a dress rehearsal for the summer


Whether by plane, car or train: After two years of travel restrictions due to the pandemic, many people want to use the holidays and, in some countries, longer vacations around Whitsun for traveling again. In many cases, traffic jams were reported on the roads to the vacation destination as early as Saturday night. Above all, however, for railroads and the airline industry, the Whitsun holidays are the dress rehearsal before the summer.

With nervousness, the weekend was also expected in Germany. Whitsun is in itself a strong travel weekend, with the nine-euro ticket in force since the beginning of June, an even greater rush had been expected. From June to August, people can travel throughout Germany on local public transport for nine euros. Interest was high, as was the number of passengers on the Whitsun weekend.

Regional trains were often overcrowded or delayed. At some stations, some passengers were unable to board the train at all. Destinations to tourist destinations such as the North Sea and Baltic Sea were particularly in demand, said Deutsche Bahn (DB). Police officers were increasingly on duty at the train stations. In overcrowded trains, they asked passengers to get off.

Overcrowded train on the line near Kratzeburg, Germany.

Germany’s nine-euro ticket increased crowds on Deutsche Bahn over the weekend
ÖBB stocked up on capacity
«The chaos was predictable,» said Karl-Peter Naumann of the passenger association Pro Bahn. He said the situation was particularly dramatic on regional trains heading to the Baltic Sea and in Hamburg and Bremen. According to DB, the operating situation was normal for a Whitsun weekend. However, full trains were also expected in the coming days despite reinforcements. ÖBB also increased its capacity after criticism of overcrowded trains and is making 13,000 additional seats available for Whitsun. However, a planned reservation obligation will not come –

Deck chairs by the sea
DEBATEWhat is the best way to go on vacation?
Those who wanted to switch from the train to the road for their vacation also had to reckon with delays. On the Tauernautobahn (A10), for example, one had to endure 28 kilometers of traffic jams heading south on Saturday. The Karawanken highway (A11) was also congested. The ÖAMTC is expecting a wave of travel with heavy traffic until September this year – read more at oesterreich.ORF.at.

Aviation struggles with start-up difficulties
The enormous pent-up demand for travel is also being felt by air traffic. Already in the last week of May, Eurocontrol reports more than 28,100 flights per day. This corresponds to almost 86 percent of the pre-crisis level. In the summer, Lufthansa is already aiming to return to 95 percent on European short-haul routes. However, the aviation industry is having real teething problems after the pandemic. The cause is mostly the shortage of personnel, whether ground staff or crew in the aircraft, combined with rising demand.

In Germany, according to the German Airports Association (ADV), about one-fifth of the personnel who handle passengers at the airport are missing. In Austria, too, there is a shortage of staff, said vida trade unionist Daniel Liebhart recently. There is a need for «no sugarcoating,» but rather for «good wages and working conditions.» However, Austria is in a better position than others thanks to short-time work. The short-time work scheme had ensured that companies were not allowed to lay off employees, and that was now the «saving straw,» Liebhart said.

Queues at Manchester airport
Reuters/Phil Noble
Waiting times of hours already occurred at some airports in the United Kingdom in recent days
The situation has been particularly critical in recent days at some airports in the United Kingdom, where the Whitsun vacations have begun. The huge rush to the vacation destinations combined with staff shortages led to hundreds of flight cancellations and overcrowded passenger terminals. TUI canceled nearly 200 flights at Manchester Airport by the end of June. EasyJet cancelled more than 200 flights by June 6 – also due to a software error. Ryanair CEO Michael O’Leary even suggested having the military help out at the airports on a transitional basis. That would take the pressure off security personnel in one fell swoop.

Mutual recriminations
O’Leary rejected the British government’s accusation that the travel industry had not prepared sufficiently and had allowed too many bookings. The government refuses to issue special visas for jobs in the travel industry. After Brexit, workers from other EU countries will no longer be able to come and work in the UK without major hurdles and costs. Industry expert Alex Macheras already predicted a summer of «chaos.»

Mutual recriminations
O’Leary rejected the British government’s accusation that the travel industry had not prepared sufficiently and had allowed too many bookings. The government refuses to issue special visas for jobs in the travel industry. After Brexit, workers from other EU countries will no longer be able to come and work in the UK without major hurdles and costs. Industry expert Alex Macheras already predicted a summer of «chaos.»

Aviation in UK👇🏽

Pandemic hits > UK government’s handling of aviation is ‘shambolic’ with erratic decision making, ‘useless’ transport sec > UK aviation suffers worst of all of Europe > airlines layoff tens of thousands of staff > 2022 > staff shortage + huge demand = chaos. https://t.co/uCi4u501xK

  • Alex Macheras (@AlexInAir) June 1, 2022
    The crisis has long been global, so much so that the airline association IATA has also taken up the cause. It is proposing globally uniform training content so that ground staff such as pilots could be deployed anywhere in the world. In addition, recruitment would have to be improved and safety checks streamlined.

Links:
DB
ÖBB
IATA